Drei Männer aus Teheran kommen nach Siah Dareh, einem kleinen Dorf im kurdischen Teil des Irans. Einer der Drei ist Fotograf. Er wartet auf das Ableben einer uralten Frau, um die seltsame Trauerzeremonie festzuhalten. Wir begleiten ihn durch die verwinkelten Gassen des Dorfes bis zum Hügel hinaus. Immer wieder klingelt sein Mobiltelefon. Erst auf der Anhebung ist der Empfang etwas besser. Unverichteter Dinge wird er wieder abreisen. Wonach hat er gesucht? Hat er es gefunden? Wir wissen es nicht. Abbas Kiarostami inszenierte The Wind Will Carry Us direkt nach seinem grössten Erfolg. Dieses Werk aber wirkt noch verschlossener als alles, was wir von ihm gewohnt sind. Er verzichtet gänzlich auf so etwas wie eine konventionelle Handlung. Reiner Existentialismus - Erkenntnisse sind auf dieser Ebene nicht zu erwarten. Dort, wo wir unter Umständen etwas interpretieren könnten, macht uns die politische Zensur im Iran einen Strich durch die Rechnung - Diese Passagen musste Kiarostami doppelt verschlüsseln, so scheints. Und wie wirkt das? Nun, The Wind Will Carry Us hat seinen eigenen Reiz, zudem ist es immer willkommen, wenn sich ein Filmemacher gegen das herrschende System stellt, wenn er seinen Film durch die Zensur bringt. Lässt man diesen Hintergrund aber beiseite, bleibt The Wind Will Carry Us unbefriedigend. Identifikation mit dem Fotografen? Vollkommen unmöglich! Hier wird uns ein Charakter allerhöchstens skizziert. Bestimmt ist es mein Fehler. Ich kann die wahre Grösse Kiarostamis nicht erkennen. Das Kritikerlob für sein Werk bleibt unerreicht, seine Filme gewannen alle grossen Preise, die auf dem Markt sind. vielleicht sind es Werke, die eher dafür gemacht sind, darüber zu schreiben als sie anzusehen... - Three men from Tehran come to Siah Dareh, a small village in the Kurdish part of Iran. One of the three is a photographer. He is waiting for an ancient woman to die in order to record the strange mourning ceremony. We accompany him through the winding streets of the village up to the hill. Again and again his mobile phone rings. Only on the elevation is the reception a little better. He will leave again for uncooked things. What was he looking for? Did he find it? We don't know. Abbas Kiarostami staged The Wind Will Carry Us right after his greatest success. But this work seems even more closed than anything we are used to from him. He completely renounces something like a conventional plot. Pure existentialism - insights are not to be expected on this level. Where we might be able to interpret something, political censorship in Iran puts a spoke in the wheel - Kiarostami had to encrypt these passages twice, so it seems. And how does that work? Well, The Wind Will Carry Us has its own charm, and it is always welcome when a filmmaker opposes the ruling system by censoring his film. If you leave this background aside, however, The Wind Will Carry Us remains unsatisfactory. Identification with the photographer? Completely impossible! Here a character is sketched for us at the most. Surely it's my fault. I can't see the true size of Kiarostami. The critics' praise for his work remains unequalled, his films have won all the big prizes that are on the market. Perhaps they are works that are made to write about rather than watch...
Do, 27/03/2014 - 16:53
Directed by:
Abbas Kiarostami
Schauspieler:
Behzad Dorani
Noghre Asadi
Roushan Karam Elmi
Video:
Trailer


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