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Im Namen des Vaters - In the Name of the Father (1993) (Rating 8,0) DVD1722

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In the Name of the Father
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Do, 27/03/2014 - 16:53
Directed by: Jim Sheridan
Schauspieler: Daniel Day-Lewis Pete Postlethwaite Emma Thompson
Video: Trailer

Man hatte die Guildford Four verleugnet, da dürfte kein Zweifel bestehen. Ein junger ziemlich nichtsnutziger Ire namens Gerry Conlon und drei weitere wurden von der britischen Polizei festgenommen mit der Anklage, ein Pub in Guilford, England in die Luft gejagt zu haben. 1974 verurteilte man sie zu lebenslanger Haft. Immer stärker aber gediehen die Zweifel an dem Urteil, offensichtlich wurde dem Gericht vieles einfach vorenthalten. Schliesslich kippte es 1980. In the Name of the Father erzählt diese Geschichte voller Wut in jedem möglichen Detail. Die Obsession der britischen Polizei wird offensichtlich, schliesslich das Erzwingen von Geständnissen durch Folter. Der Film beruht auf Conlons Biographie, wobei Regisseur Jim Sheridan einige Fakten zugunsten seiner Dramaturgie etwas abänderte: In seiner Fassung erleben wir die Tragödie aufeinander folgender Fehler. Die Eröffnungs-Szene ist dabei wichtig für das Verständnis des gesamten Films: Conlon (Daniel Day-Lewis), ein junger Mann aus Belfast, kommt mit Freunden nach England, schläft in einem besetzten Kabuff, säuft, nimmt Drogen, sucht Arbeit. Ein mustergültiger Staatsbürger sieht anders aus. So erleben wir, wie er eine Prostituierte beraubt, um Alkohol für seine Freunde zu kaufen. Zufällig verbringt er Zeit in Guildford während des Bomben-Attentats auf den Pub. Die IRA ist eine strukturierte Organisation, ein IRA Agent sieht völlig anders aus als Conlon: Keiner von ihnen versucht sich mit der eigenen Arbeit zu bereichern. Für die britische Polizei aber wirkt Conlon verdächtig und nachdem ein sadistischer Ermittler ihn genug gepeinigt hat, ist Conlon eben auch ein Mörder. Aufgrund der Anti-Terror Gesetze der Zeit werden weitere Familienmitglieder Conlons in Haft genommen. Seine Zelle teilt er sich mit seinem Vater Giuseppe. Der Film wirkt so erschütternd, indem er minutiös vorführt, wie ein Unschuldiger dazu gebracht wird, einen Mord zu gestehen. Für Conlon muss alles wie ein kafkaesker Albtraum gewirkt haben, für uns Zuschauer genauso, weil Conlon so ausgesprochen dumm reagiert. Conlons Vater (Pete Postlethwaite) dagegen ist ein hart arbeitender Ire. Er reagiert mit Empörung, während sich Conlon in Selbstmitleid quält. Um ihre Unschuld zu beweisen, arbeiten sie zusammen mit einer hartnäckigen Anwältin (Emma Thompson). Sie recherchiert über Jahre und wird doch immer wieder zurückgeworfen. Am meisten beeindruckt hat mich die Entwicklungsgeschichte Gerry Conlons im Gefängnis. Aus dem Spinner der Anfangsszene entwächst ein gebildeter Mann. Er studiert die Gesetzte und reift dadurch. Am Ende erleben wir einen nüchternen, intelligenten und radikalisierten Menschen. Vieles davon wird ermöglicht durch die Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Teilweise wirkten die Jahre im Gefängnis aber auch etwas zu lang. Dialog folgt auf Dialog, wo einige Worte gereicht hätten. Diese Schwächen werden aber wett gemacht durch Daniel Day-Lewis magische Performanz. Heute wissen wir, dass er einer der grössten Schauspieler seiner Generation ist. In The Name Of The Father markiert noch den Anfang dieser Karriere. Immerhin stellt der Film auch eine der wenigen irischen Produktionen dar, die ohne britisches Geld entstanden. In The Name Of The Father war Sheridans und Day-Lewis zweite überaus erfolgreiche Zusammenarbeit - und doch schaffte es Sheridan auch anschliessend kaum, irische Filme ohne britisches Geld herzustellen. In The Name Of The Father - eine Geschichte, die es nicht nötig hat, Handlungs-Sprünge oder Umwege in Kauf zu nehmen. Es ist eine Geschichte, die durch ihre simple Offenheit funktioniert. - The Guildford Four had been denied, there should be no doubt about it. A young rather useless Irishman named Gerry Conlon and three others were arrested by the British police on charges of blowing up a pub in Guilford, England. In 1974 they were sentenced to life imprisonment. But more and more the doubts about the verdict grew, obviously many things were simply withheld from the court. In the Name of the Father tells this story full of rage in every possible detail. The obsession of the British police becomes obvious, finally forcing confessions through torture. The film is based on Conlon's biography, with director Jim Sheridan changing some facts in favor of his dramaturgy: In his version we experience the tragedy of successive mistakes. The opening scene is important for understanding the whole film: Conlon (Daniel Day-Lewis), a young man from Belfast, comes to England with friends, sleeps in a squatted cabuff, drinks, takes drugs, looks for work. An exemplary citizen looks different. So we see him robbing a prostitute to buy alcohol for his friends. By chance, he spends time in Guildford during the bomb attack on the pub. The IRA is a structured organization, an IRA agent looks completely different than Conlon: none of them tries to enrich themselves with their own work. But for the British police Conlon looks suspicious and after a sadistic investigator has tormented him enough Conlon is also a murderer. Due to the anti-terror laws of the time further family members of Conlon are arrested. He shares his cell with his father Giuseppe. The film is so devastating that it meticulously demonstrates how an innocent man is persuaded to confess to murder. For Conlon everything must have seemed like a Kafkaesque nightmare, for us viewers as well, because Conlon reacts so decidedly stupidly. Conlon's father (Pete Postlethwaite), on the other hand, is a hard working Irishman. He reacts with indignation, while Conlon torments himself in self-pity. To prove their innocence they work together with a stubborn lawyer (Emma Thompson). She has been researching for years and yet is always thrown back. I was most impressed by the development of Gerry Conlon in prison. An educated man emerges from the spinner of the opening scene. He studies the laws and matures through them. In the end we experience a sober, intelligent and radicalized person. Much of this is made possible by the father's love for his son. Sometimes the years in prison were a little too long. Dialogue follows dialogue, where a few words would have sufficed. But these weaknesses are compensated by Daniel Day-Lewis' magical performance. Today we know that he is one of the greatest actors of his generation. The Name Of The Father marks the beginning of this career. After all, the movie is one of the few Irish productions that were made without British money. In The Name Of The Father Sheridan and Day-Lewis were the second most successful collaboration - and yet Sheridan hardly managed to make Irish movies without British money. In The Name Of The Father - a story that doesn't need to accept jumps in plot or detours. It's a story that works through its simple openness.

Kommentare

Eure letzten Kommentare
rosalena
rosalena
So, 21/02/2016 - 15:37

Der Film macht es einem zu

Der Film macht es einem zu Beginn wirklich nicht einfach.
Sehr schwer kommt man hinein und schwierig kommt auch die Handlung in die Gänge.
Was sich aber dann für eine Intensität, zwischen den Darstellern (Daniel Day-Lewis, überragend, was auch sonst;-), Pete Postlethwaite wohl in seiner besten Rolle und Emma Thompson, die ich noch nie besser gesehen habe) untereinander und in der Story entwickelt, ist einfach nur großartig.
Diesen Schauspielern zuzusehen ist ein Genuß pur.
Auch die Mischung aus Justiz-, Knast- und Familien-Drama ist sehr gut gelungen.
Dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, verleit dem Ganzen nicht nur Authentizität, sondern das gewisse Etwas, was mich erst richtig an Filmen packt.
Hier wird es nicht kitschig, was mich ein wenig an "Dead Man Walking" gestört hat.
Nicht zu rührselig.
Alles wird so echt, wie es nur geht, an den Zuschauer verkauft und ich war ein dankbarer Kunde.

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