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I.K.: Was für eine Liste! Begotten! Aaltra! Guy Maddin! Hier bin ich richtig!
Filmkunstbar Fi...: und Tsukamoto!!!

Surreale Filme

90er-heute
Der Surrealismus, 1922 von Andre Breton gegründet, rebellierte ähnlich wie der Dadaismus gegen alles Bürgerliche. Er stand gegen bürgerliche Konformität und rationale Logik. Im Gegensatz zur Zerstörungswut der Dadaisten versprachen sich die Surrealisten eine neue Form von Erkenntnis, indem sie das Irrationale freisetzten und zurückgingen auf die Magie des Traums. Das Unbewusste der Seele sollte sogar eine neue Organisation des Lebens bewirken. Das Revolutionäre der Surrealisten, verbunden mit einem militanten Atheismus war aber doch eher allgemeiner Natur, denn es fehlte an Klarheit, wie man über die Umstürzung bloss ästhetischer Formen zur wirklichen Revolution kommen wollte. Besonders bot ihnen der Film die Möglichkeit, traumhafte Assoziationen herzustellen. Der erste surrealistische Film war La coquille et le clergyman von Germaine Dulac (1927). Er zeigt die bizarre traumhafte Geschichte eines jungen Klerikers, der mit einem Orden behangenen General um eine Dame buhlt. Man Rays L´etoile de mer ist von einem Gedicht inspiriert, dem Man Ray seine Vision entgegenstellt: Menschen und Dinge verschwimmen in Konturen, die Welt zerfliesst wie in einem Aquarium. Noch deutlicher wurde der Surrealismus in Bunuels legendären Un chien andalou (1928). Zusammen mit Dali übertrug er die surrealistische Revolution in die siebente Kunst im systematischen „dereglement“ aller Sinne. Besonders das zerschnittene Auge eines Mädchens erlangte Berühmtheit. Mochte Un cien andalou noch als reizvoll bizarres Experiment durchgehen, enthielt L´age d´or von Bunuel und Dali eine Portion Gift, die den bürgerlichen Geschmack endgültig verderben sollte: Die amour fou, die entfesselte absolute Liebe. Selten wurden Armee, Kirche, Polizei und Familie mehr attackiert als durch diesen Film, doch hinter Blasphemie und Provokation stand der leidenschaftliche Protest gegen die Unterdrückung des Menschen. Cocteaus Erstling Le sang d´un poete gehört eigentlich nicht zum Gebiet des Surrealismus und ist doch in derselben Periode der ausgehenden Avantgarde entstanden. Der Film wirkt wie ein Film gewordener Traum, ist aber letztlich nur ein Selbstportrait des Filmemachers und seiner Theorie (vgl. Gregor/Patalas: Geschichte des Films, Gütersloh 1962, S. 87f.). Viele der folgenden surrealen Filme späterer Epochen verwenden die Ästhetik der Surrealisten und verweisen doch nicht über sich hinaus. Es scheint als sei der surreale Film eine Kunst der Nostalgie geworden, die aus einem bestehenden Reservoir aus Bildern schöpft. Ihre Magie ist künstlich, entwickelt im Laboratorium und auch nicht frei von Selbstgefälligkeit. Provokation um der Provokation willen, ästhetische Schönheit fast wie im klassisch bürgerlichen Kunstwerk. In dieser Liste stehen keine Avantgarde Filme, sondern populäre Filme mit surrealistischen Einflüssen. Wer mehr will, der schaut mal in den verschiedenen Avantgarde Listen nach. (Titelbild: Brand Upon the Brain! von Guy Maddin)
The reflecting skin
Die Fantasie eines Jungen verselbständigt sich. Zum Entdecken! Von Philip Ridley