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Filmkunstbar Fitzcarraldo 19.01.2018: Klar, wir sind eine Videothek im Herzen und natürlich sind wir bedroht vorm Aussterben. Obwohl Videotheken früher in etwa den Stellenwert von Peepshows hatten, sind sie jetzt doch von grossem Interesse für die Feuilletons der Tageszeitungen. Immer wieder werden wir gefragt, ob sich das denn noch lohnt und wie die Zukunft aussieht. Aber die Frage ist falsch gestellt und müsste heissen, ob es noch Spass bereitet? JA! Ich empfinde uns auch nicht von gestern. Passend zur Videothek bauen wir unsere Internetseite auf. Dort findest du nicht nur unseren DVD Katalog (der sich immerhin aus unseren und euren Wünschen zusammensetzt, also ein echter Kanon ist!), sondern auch unsere Empfehlungen. Die Gespräche, die wir mit euch am Tresen führen, die schreibe ich auf und daraus entstehen Filmlisten. Ihr könnt übrigens auch selbst welche schreiben!Denn wer in eine Videothek wie die Filmkunstbar Fitzcarraldo geht, der fragt nach Empfehlungen. Oder er hat Wünsche wie; "Gib mir mal einen Film, der leicht & nicht blöd ist und in Berlin spielt!" - Nichts leichter als das. Alle Filme in unserer Filmliste "Feelgood Movies Berlin" sind weder blöd, noch bleischwer. Alle schenken gute Laune. Genauso kannst du mit unserer Seite spielen. Du gibst einen Filmtitel ein und kannst im DVD Katalog "Featured Movies" checken, ob wir den überhaupt haben (leider nicht, ob er gerade verliehen ist - eine Funktion, die für unsere Seite zu teuer wäre). Dann kannst du in unseren Filmlisten nach ähnlichen Treffern suchen. Natürlich sind wir nicht amazon und schreiben unsere Empfehlungen selbst. Du kommunizierst also nicht mit künstlicher Intelligenz, sondern mit dem Wissen eines Videothekars. Sein Wissen hat der Videothekar aber nur, weil er mit so vielen Gästen diskutiert. Deshalb darf unsere Internetseite cinegeek.de auch "Social Network" heissen, denn das sind wir. Selbstverständlich kein digitaler Startup, sondern ein Ladengeschäft mit echten Videothekaren und echten Kunden. Damit wollen wir nicht solchen Marktführern wie moviepilot Konkurrenz machen, sondern pflegen einfach unsere Nische. Und eine Nische, das ist die Filmkunstbar Fitzcarraldo. Hier verkehren Grosseltern, Hipsters und Homies. Nachbarn und Dazugezogene. Um Gottes Willen bedienen wir nicht nur die deutsche Bio-Familie, sondern auch Jungs aus der Strasse, die Martial Arts mögen (und so einen merkwürdigen Akzent haben, bei dem das "ch" wie "sch" klingt). Zum Glück ist das Thema "Film" auch nicht so ausschliesslich wie "Musik". Jeder liebt "Adams Äpfel" oder "Little Miss Sunshine" - oder nicht? Klingt wie eine soziale Utopie? Na, klar! Jeder soll rein, jeder ist willkommen und wir sind auch überhaupt nicht teuer! Wir pflegen den Kontakt zur deutschen Bio-Familie und zum Homie (wenn wir ihm mal wieder bestimmte Dinge im Laden verbieten müssen). Wir sprechen auch gern mal lauter, wenn jemand die 70 überschritten hat und sogar griechisch, wenn jemand völlig fremd ankommt. Und wie funktioniert das nun mit so einer Filmliste? Ganz einfach. Sie enthält zehn Titel, die alle Feelgood sind und aus Berlin. Du bekommst die DVD Verleih Nummer, ob der Film englische Untertitel hat und du siehst, ob du den Film auch kostenlos auf youtube anschauen kannst. Das geht übrigens mit vielen Titeln! Dann ist der Weg frei für einen laaangen Motto-Videoabend!
Filmkunstbar Fitzcarraldo 16.01.2018: Übrigens: Wir haben seit neuestem eine Galerie mit ständig wechselnden Kinderfilmen. Kostprobe gefällig? Children Of Heaven (DVD5161), The Colors Of Paradise (DVD3697), Whale Rider (DVD1940), Bab'Aziz (DVD8148), Mein Nachbar Totoro (DVD5901), Mongolian Ping Pong (DVD3759), Little Fugitive (DVD4536 - OF!!!), Wadjda (DVD4074 engl. subt.!!!)...
Filmkunstbar Fitzcarraldo 15.11.2017: This is our beautiful Malakia World every Thursday with our beautiful Malakia Member Card!!!! With our beautiful Malakia Member Card every Big Beer (our Bullenbier) is 2,50, Small Beer (Passauer Urquell) 2,00, Longdrink 4,50, Shot 1,50. Malakia World makes us feel Malaka!
Filmkunstbar Fitzcarraldo 08.09.2017: Der Tagesspiegel schreibt: Videotheken in der Krise Warten aufs Revival Zwischen Ausbeutung und innovativen Geschäftsideen: Wie Videotheken auf den Boom von Amazon, Netflix & Co. reagieren. Sophie Krause. Im „Fitzcarraldo“ in der Reichenberger Straße trifft man einen gut gelaunten Martin Schuffenhauer. Der Besitzer der Kreuzberger Videothek hat gerade seine Bar geöffnet, es ist 17 Uhr. Man kann schlechtere Arbeitszeiten haben als er. Die Bar im Erdgeschoss, bestehend aus zusammengewürfelten Filmrequisiten, Kunstblumen und Lametta, vergleicht er mit einem „explodierten Weihnachtsgeschenk“. Im Keller stehen mehr als 10 000 DVDs, akribisch nach Genre und Herkunftsland sortiert, in handbeschrifteten Regalen. Seit 2012 ist das „Fitzcarraldo“, zuvor als „Videothek Roderich“ bekannt, eine Filmkunstbar. Schuffenhauers Strategie: „Die Bar soll das Geld verdienen, aber ich investiere immer weiter in Filme und kaufe sogar noch mehr dazu.“ Die Filme sind sein Hobby, die Bar sein Broterwerb. Gerade laufe der Verleih gut, erklärt er selbstgewiss. Den Kunden dämmere, dass die Auswahl von Streaming-Anbietern wie Netflix und Amazon sehr begrenzt sei, glaubt Schuffenhauer. Viele Arthouse-Filme und Klassiker würden dort schlicht fehlen. „Woher willst du deine Filme bekommen, wenn du gezielt etwas suchst?“ Auch auf illegalen Streaming-Seiten, die Filme kostenlos anbieten, gäbe es nicht alle Titel. Dennoch seien offenbar viele Kunden bereit, sich Filme mit schlechter Bildqualität sogar auf dem Smartphone anzusehen. Weil die Kunden ausbleiben, stehen viele Videothekare vor der Wahl, sich selbst auszubeuten oder einen Nebenerwerb zu finden, der ihre Miete sichert. Ein Patentrezept sucht man vergebens. Die Kult-Videothek „Traumathek“ in Köln etwa rettete sich durch Patenschaften und Spenden. Doch Geschäftsmodelle wie die „Filmkunstbar“ gefallen nicht jedem, gleichen sie doch einem Verrat an der Zunft. Schuffenhauer meint: „Ein Videothekar hat ja etwas Soziopathisches. Der kann nicht mit Menschen umgehen, guckt Filme und isst nachmittags Kekse. Ein Barkeeper dagegen muss gesellig sein.“ Im „Fitzcarraldo“ ist er der einzige Videothekar, der die Kunden beraten kann. Seine Angestellten sind Barkeeper. Wenn er einen Film nicht hat, schickt Schuffenhauer seine Kunden ins „Videodrom“, Berlins älteste Programmvideothek. Dass deren Inhaber Karsten Rodemann vom Getränkemixen und Onlineverleih nichts hält, ist in der Branche weitgehend bekannt. Das Videodrom lebt von seinem Ruf, von Rodemanns Expertise und seiner immensen Auswahl aus über 30 000 Filmen. DVD-Bestand auf 2 000 Titel minimiert Seit Jahren singen Journalisten den Abgesang der Videotheken. Anne Petersdorff, Inhaberin der Lichtenberger Kiez-Videothek „Madeleine und der Seemann“, möchte deshalb erst nicht mit der Presse sprechen, schließlich sei zum Thema Videothekensterben alles gesagt. Ohnehin sei die „Madeleine“ keine richtige Videothek mehr, sondern ein Café mit Softeis, Kinderspielecke und gelegentlichen Filmvorführungen, sagt sie. Ihren DVD-Bestand hat Petersdorff auf 2 000 Titel minimiert, nur noch Kinderfilme, die nach wie vor gut laufen, und ausgewählte Neuheiten verleiht sie. Vor einem halben Jahr wollte sie die „Madeleine“ schließen, doch die Nachbarschaft stand hinter ihr. Die Umwandlung in ein Café bedeutet für Petersdorff die Aufgabe des Traums, vom unhaltbaren Filmverleih leben zu können, und den Neuanfang als Gastronomin mit kleinem, gepflegtem Filmbestand. Sofas und Tischchen ersetzen nun die Filmregale, ein Konzept, das man so ähnlich auch aus einigen Buchläden kennt. Angesichts der Konkurrenz im Netz resigniert Petersdorff. Gelegentlich seien Kunden gekommen und hätten ein DVD-Regal abfotografiert, um die Filme dann vermutlich zu Hause zu streamen. „Dagegen kann ich nichts machen.“ Ähnlich pragmatisch sieht es Franziska Tettschlag, Inhaberin der Videothek „Filmfreund“ auf der gegenüberliegenden Seite der S-Bahn-Trasse. Viele Kunden wüssten gar nicht, dass ihr Eckladen in der Corinthstraße eine Videothek sei. Von außen sieht der „Filmfreund“ aus wie ein Spätkauf mit Internetcafé. Die gelernte Kostümschneiderin hält sich mit einer integrierten Postfiliale, Getränkeverkäufen und Lotto über Wasser. Als Späti versteht sie ihren Laden nicht, die Getränke und Snacks wurden eher unfreiwillig vom Videotheken- zum Späti-Inventar. Früher, das heißt zu DDR-Zeiten und nach der Wende, verkauften Tettschlag und ihr Mann Schallplatten. Tettschlag war dabei, als alle wichtigen Speichermedien ausstarben. In einem Durchgangszimmer und im hinteren Raum stehen DVD-Regale. Viele Filme hat Tettschlag verkauft, an einigen Titeln hängt sie. Etwa 50 bis 100 Filme verleiht Tettschlag monatlich, rund 3000 Filme zählen noch zu ihrem Bestand. „Ich glaube nicht, dass man den Verfall der Videotheken aufhalten kann“, sagt sie. Nur wer seinen Kunden zusätzliche Angebote schaffe, könne überleben. Auch in anderen Städten haben sich Videotheken ihre langen Öffnungszeiten zunutze gemacht und ihre Läden zum Spätkauf erweitert. Das funktioniert: Immer wieder betreten Kunden den „Filmfreund“, kaufen Getränke oder spielen Lotto. In der Branche glauben viele an ein Revival der Videotheken. Doch Experten warnen vor voreiligen Schlüssen: „Die Prognose, dass Videotheken zu den Liebhaber-Plattenläden der nächsten Jahre werden, ist mit Vorsicht zu genießen“, sagt Tobias Haupts, Filmwissenschaftler an der Freien Universität Berlin. „Das betrifft vielleicht sogenannte Kult-Videotheken wie die ,Traumathek‘, das ,Videodrom‘ und ähnliche. Das ist aber kein Versprechen für die Zukunft.“ Krisensituationen habe es schon in den 80er und 90er Jahren gegeben, so Haupts, auch Ende der Nullerjahre seien die Videotheken totgesagt worden: „Jetzt haben wir 2017, und es sieht zwar schlecht aus, aber es gibt sie noch.“ Auch Beiprogramme wie Snackangebote oder Cafés hätten Videotheken schon immer geführt, erinnert Haupts, „aber ob das die Videotheken retten wird, weiß ich nicht.“ Franziska Tettschlag ist mit Prognosen vorsichtig. Sie erkennt noch keine DVD-Nostalgie. „Fitzcarraldo“-Chef Schuffenhauer hingegen ist sich sicher: „Irgendwann werden die Leute sagen: ‚Da gab es doch dieses tolle Medium, diese silbernen Scheiben, und Videotheken waren doch total nett. Man wurde beraten und es war keine Maschine!‘“ Vielleicht gibt es das „Fitzcarraldo“, den „Filmfreund“ & Co. dann immer noch. - Vielleicht? Nein. Mit Sicherheit, sage ich. (Quelle: http://www.tagesspiegel.de/medien/videotheken-in-der-krise-warten-aufs-revival/20298154.html)
Filmkunstbar Fitzcarraldo 16.08.2017: Thursday Nights at Filmkunstbar Fitzcarraldo!