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Filmkunstbar Fitzcarraldo 14.01.2017: youtube: Woody Allen - Magic In The Moonlight. Im neuen Allen Film wird Kate Winslet mitspielen, in Magic In The Moonlight Emma Stone, die wir alle lieben! - Unten im Keller unserer Filmkunstbar Fitzcarraldo füllt sich eine ganze Regal Ebene mit Woody Allen DVDs. Pro Jahr eine mehr. Der zwanghafte Filmemacher Woody Allen versucht dabei, jedem einzelnen seiner Filme diesen gewissen "Swing" mitzugeben. Es scheint eine Vorgabe von ihm selbst zu sein, die er erreichen muss. Leider sind seine Filme mittlerweile in unschöner Regelmässigkeit mit einer Enttäuschung verbunden. Allen zollt seiner eigenen Arbeit einfach nicht mehr den genügenden Respekt und fabriziert, seit 1983 wie ein Uhrwerk einen Film pro Jahr. Es treibt ihn dabei aber schon länger kein genialischer oder künstlerischer Impuls mehr an. Dabei befinden wir uns seit 2005 "offiziell" in einer Allen Renaissance. In diese Zeit fällt nicht nur sein erfolgreichster Film überhaupt (wohlbemerkt, nicht im künstlerischen Sinne), sondern auch einige Oscars. Magic In The Moonlight ist nicht einmal so dicht dran an einem Disaster wie andere Filme aus dieser Phase. Allen stagniert in seinem Genre der eleganten und neurotischen Romantic Comedy. Magic In The Moonlight spielt wieder in der Vergangenheit (wie so viele der neueren Allen Werke), in den europäischen 20ern. Immerhin kann sich Allen so davor drücken, Dialoge zu schreiben, die so klingen wie Dreissigjährige heute sprechen würden. Die Voraussetzungen, zugegeben, klingen charmant: Colin Firth spielt einen berühmten Bühnen Magier wird von einem alten Freund angeworben, nach Südfrankreich zu reisen, um eine junge Frau zu entlarven, die sich als Spiritualistin verdient. In diesem Moment scheint sie eine reiche amerikanische Familie zu täuschen. Die Frau, die mit der Nachwelt kommuniziert, wird entwaffnend gespielt von Emma Stone (Allens neuer Muse). Der Magier kann aber kein Täuschungswerkzeug finden und vollzieht eine 180 Grad Drehung. Er wird zu einem Glaubenden. Eine tiefe Dankbarkeit erfüllt den vormaligen Zyniker. Doch kann diese auch in romantische Gefühle umschlagen? Manche Liebhaber dieses letzten Allen Films gehen nun davon aus, eine neue Tiefe der Gefühle bei ihm zu entdecken. Womöglich ist der Autor selbst milder und nachdenklicher geworden? Aber genauso wenig wie Allen spirituell geworden ist, hält dieses Gefühl im Film an. Leider entwickelt sich Magic In The Moonlight ab diesem Moment nur noch schlaff und diffus. Das kommt daher, weil der Film zögert, endlich in einer Romanze zu erblühen. Vermutlich liegt das auch daran, dass Colin Firth etwas zu alt ist, um Emma Stone für sich zu gewinnen (ich schreibe das nur ungern, denn ich bin ja auch schon ziemlich alt). Oder dürfen wir die Ladehemmungen der zweiten Hälfte etwa so verstehen, dass Allen womöglich etwas wirklich anderes versuchen wollte? Schliesslich fällt die Komödie zurück auf einige Allen Standarts. Da ich als - jawohl! - grosser Fan alle Filme von ihm gesehen habe, spielte ich ein Spielchen: Ich versuchte die romantischen Phrasen jeweils den früheren Filmen von ihm zuzuordnen, aus denen sie entliehen sind. Das einzig Neue stellt das schnörkellose Spiel von Colin Firth dar. Emma Stone wirkt wie gewohnt lebendig und natürlich. Einige weitere Schauspieler machen ebenfalls recht gut ihre Arbeit. Sie alle aber sind in Rollen gefangen, die doch leblos angelegt sind. Woody Allen kreiert mit seinem Spätwerk ein eigenes Comic Universum. Bestimmt hat er seinen nächsten Film schon abgeschossen... (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung) (Bild: https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/c8/8e/3d/c88e3dcbaeb0e4919c67cb9d1fb2f05d.jpg)
Filmkunstbar Fitzcarraldo 31.10.2016: youtube link: Fatih Akin - Auf der anderen Seite (engl. subt.). Am besten beginne ich mit den Figuren, denn in diesem wundervoll melancholischen Film sind die einzelnen Charaktere wichtiger als die Handlung an sich. Aus folgendem Grund: Wir haben es mit mehreren, sich überlappenden Handlungssträngen zu tun. Die einzelnen Stränge berühren sich dabei nie, zumindest nicht für die einzelnen Charaktere. Für uns Zuschauer aber sehr wohl! Genau das mochte ich am meisten an Fatih Akins zweiten Film seiner Liebe, Tod und Teufel Trilogie! Zuerst begegnen wir dem alten Mann, Ali (Tuncel Kurtiz). Er kommt aus der Türkei und lebt in Bremen. Ali ist offensichtlich das, was die Deutschen herablassend "Gastarbeiter" getauft haben. Er besucht eine Prostituierte, Yeter (Nursel Kose). Es ist eine dieser Frauen, die in einem Schaufenster sitzen (in Bremen gibt es eine schmale Strasse, etwa der Hamburger Meile entsprechend. Yeter wird von zwei jungen Männern auf türkisch bedroht, sie würden sie töten, falls sie weiter diesen Beruf ausübt. Ali bietet ihr an, auf fester Bezahlungsbasis bei ihm einzuziehen und Yeter willigt ein. - Kurze Spoiler Warnung! - Das Kapitel wurde von Akin "Yeters Tod" genannt, weil Ali sie im Suff schlägt, so dass Yeter unglücklich fällt und stirbt. Ali landet daraufhin im Gefängnis. Das Ende eines traurigen Lebens, da Yeters Herz gebrochen war, weil sie es nicht mehr schaffte, Kontakt mit ihrer Tochter Ayten (Nurgul Yesilcay) aufzunehmen. Yeters Leichnam wird nach Istanbul überführt und dort lernen wir Alis Sohn Nejat (Baki Davrak) kennen. Er ist Professor an einer deutschen Universität, hat es sich aber zur Aufgabe gemacht, nach der Tat seines Vaters Yeters Tochter zu finden. Nun sucht er sie in Istanbul, wo er sich niederlässt mit einem Buchgeschäft. Ayten selbst ist eine Untergrundkämpferin im Konflikt mit den Behörden. Sie flieht nach Deutschland und lernt in Bremen, am Campus der Universität, Lotte (Patrycia Ziolkowska) kennen. Beide verlieben sich ineinander. Eine grosse passionierte Liebe! Ohne zuviel verraten zu wollen, landet Ayten letztlich doch in einem türkischen Gefängnis und Lotte versucht, ihr zu helfen. An dieser Stelle kommt der Auftritt der grandiosen Hanna Schygulla, diesem legendären STAR des Neuen Deutschen Films! Sie spielt Lottes Mutter und erkennt sich selbst in der Leidenschaft der Tochter wieder. Hat sie in der Vergangenheit nicht auch gekämpft? Nun aber hat sie Angst um Lotte, denn ihre Tochter ist genauso idealistisch wie naiv. Am Ende wird auch sie nach Istanbul reisen und bei Nejat leben. Auch sie wird sich auf die Suche machen nach Ayten... Eines der schönsten Erlebnisse ist das, dem Altern von Schauspielern zuzusehen. Was haben wir selbst in der Zwischenzeit gemacht? Wie ist es uns selbst ergangen? Schygulla war einst eine romantische Hauptdarstellerin, nun begegnen wir ihr wieder als rundlicher Dame von 65 Jahren. Aber was für eine 65jährige! Kein Plastikmodell mit entfernten Träsensäcken! So taktvoll und warmherzig! Wie sie leise spricht, fast flüstert! Schygulla leuchtet in ihrer Rolle dieser tragischen Figur und wir lieben sie für ihre Kunst! Ja, wir beten sie an! Wo aber ist nun die Auflösung des Knotens? An welchen Punkt finden diese Charaktere letztlich zusammen? Werden sie überhaupt im Plot zusammen geführt oder motivisch? Fatih Akin hatte das Gefühl, türkisch zu sein und sich vertrieben zu fühlen, in der Vergangenheit bereits gezeigt. Akin führt uns nun diese Personen vor, drei Eltern und drei Kinder, teils türkisch und teils deutsch. Ihr aller Leben wird davon bestimmt, dass einige von ihnen türkisch sind und die anderen deutsch. Ich denke, Akins Antrieb ist ganz einfach: Er möchte, dass wir seine Charaktere kennen lernen und sie mögen. Selbst Ali ist kein schlechter, "böser" Charakter. Er hat Yeter nicht mit Vorsatz getötet, es war ein tragischer Unfall. Im Verlauf des Films leidet (und freut) man sich mit ihnen. Ich fand Akins Figuren faszinierend! Keine von ihnen wirkt künstlich konstruiert und für keine wird übermässig viel Zeit aufgewendet, sie vorzustellen. Sie alle versuchen einfach, ihr Leben zu leben und das findet statt innerhalb zweier unterschiedlicher Kulturen. Im Grunde sind es gute Menschen, die wegen ihrer Fehler leiden müssen und versuchen, dass es irgendwie weitergeht. Ist das nicht bei uns allen so? (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fitzcarraldo 10.09.2015: The Wanderers (free stream) Philip Kaufmans Klassiker ist neben Quadrophenia und The Warriors der dritte Gangfilm der 78er. Er blickt mit dem Sound der 50er, dem klassischen Doo Wop, zurück. Jede ethnische Gruppe in der Bronx hat ihre eigene Gang. Kaufmans Gangfilm ist aber anders als Walter Hills Warriors kein reiner Action Reisser, sondern vor allem eine roamantische Ode an die Zeit. (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fitzcarraldo 31.07.2015: György Pálfi - Hukkle (free stream with engl. subt.) Der Ungar verbindet wie kein zweiter Avantgarde mit schrulliger Komik. Das trifft insbesondere auf diese Krimi-Komödie zu, die im ungarischen Hinterland spielt - und deshalb konsequent stumm bleibt (denn die Protagonisten lieben es nicht, zu sprechen!) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fitzcarraldo 02.07.2015: Danny Boyle - Sunshine (free stream). Was geschieht, wenn die Sonne erlischt? Bildgewaltig und hochspannend zeigt Boyle dieses Szenario nach dem Drehbuch von Alex Garland. (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)