best websites of the world

Join

our movie geek network

Discover

comment and rate

Create

your own geeky world

Pinboard from Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue

Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue 27.05.2017: Raving Iran! Ein bisschen verspätet - zugegeben - kam heute die Kopie von Raving Iran an. Eine Doku von Susanne Regina Meures, die das zeigt, was nicht sein darf: Den Alltag zweier DJs in Teheran. (Bild: Berlin 030)
Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue 27.05.2017: youtube: Wer Früher Stirbt Ist Länger Tot. Marcus R. Rosenmüller hat ein solch fulminantes Debüt hingelegt, dass er seitdem Filme am laufenden Meter produzieren darf! - Als ich zur Schule ging, gab es nur Berliner um mich herum. Schliesslich waren wir im West-Teil der Stadt eingemauert. Ich kann mich an keinen Bayern erinnern, was Wer Früher Stirbt Ist Schneller Tot nur umso interessanter macht! Es ist einer dieser Film, der unsere Wahrnehmung verzerrt, um uns seine Wahrheiten zu vermitteln: Die Welt durch (bayrische) Kinderaugen, aus der Sicht des elfjährigen Sebastians (Markus Krojer). Der liegt gleich zu Beginn des Films auf der Strasse, nach einer Kollision mit einem Laster. Tot? Nein, Sebastian rappelt sich wieder auf. Wenig später aber müssen drei Hasen ihr Leben lassen. Sebastian lebt in Germringen, das ist irgendwo in Bayern. Er hat nur noch einen Vater, ist also mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Um ihn herum: Dunkelster Katholizismus, Stammtischlatein, aberwitzige Albträume und die ungezügelte Phantasie, die nur ein Kind so haben kann. Die Welt ist kompliziert und durch die Kraft seiner Imagination versucht sich Sebastian, einen Reim auf alles zu machen. Das führt zu ununterbrochenen Missgeschicken und Unglücksfällen. Sebastians älterer Bruder bringt alles ins Rollen als er ihn des Todes der Mutter bezichtigt. Schliesslich ist die am Tag seiner Geburt gestorben! Nachts entwickeln sich aus dieser Schuld Albträume, die durch das Laientheater in der Kneipe des Vaters genährt werden: Im Halbschlaf hört Sebastian das jüngste Gericht im roten Feuerschein. Er beschliesst, nie zu sterben, denn als bayrischer Schuljunge hat Sebastian vor nichts mehr Angst als dem Fegefeuer. Überhaupt nimmt Sebastian in der Logik eines Kindes alles wörtlich. Jeder Ratschlag - eine Gefahr. Die Stammtischbrüder erklären ihm, dass er unsterblich würde, wenn er sich fortpflanzt. Deshalb fragt Sebastian am folgenden Tag seine Lehrerin, ob sie nicht Lust hätte. Dann erfindet er Voodooo-Formeln, um seinem Vater eine neue Frau zu rufen. Eine schwarze Komödie, geboren aus dem katholisch-bayrischen Glauben, das ist Marcus H. Rosenmüllers Debütfilm geworden! Ein Debüt, dem man in jeder Minute den Spass anmerkt, mit dem das Ganze gemacht wurde! Der überträgt sich auf den Zuschauer, denn vor etwa zehn Jahren war diese schwarze Komödie der Film, nach dem ihr mich am meisten fragtet! (DU FINDEST DEN GANZEN FILM AUF YOUTUBE) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue 26.05.2017: youtube: Ich und Kaminski. Alle paar Jahre dreht Wolfang Becker einen Film - und bisher wars immer der grosse Wurf! - Im Grunde verdanken wir ihm und dem Team vom X-Verleih, dass es überhaupt erst wieder gute deutsche Filme geben konnte. Wolfgang Becker hat in den späten 90ern die Anti-Deutsche Komödie definiert. Man sah keine Architektinnen, die sich in Journalisten verlieben, irgendwo in Köln oder München. Man tauchte ein ins Berliner Proletariat. Dort, wo die Kohl-Ära nichts als Verlierer produziert hatte. Becker - nicht viele kennen seinen Namen. Aber jeder kennt seine Filme! Umso erstaunlicher, dass er so lange abstinent lebte. Seit 2003 hat es keinen Langfilm mehr gegeben! Was hat er in den 12 Jahren nur gemacht? Ich und Kaminski bietet dafür so einiges: Ein Road Movie, ein Psycho Duell, einen Ego-Trip... Opulent bebildert, erzählerisch raffiniert! Im Prolog hören wir die Geschichte des fiktiven Malers Manuel Kaminski (Jesper Christensen). Während der 60er war er überall dabei, wo Popgeschichte geschrieben wurde. Ein Rückblick, in dem sich Filmbilder immer wieder in Gemälde verwandeln (und umgekehrt). Beckers Werk handelt nicht nur vom Kunstbetrieb, sondern kennt auch den Trick, wie man Bilder im Kino zum Leben erweckt. Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) will Kultur-Journalist werden und dazu ist ihm jedes Mittel Recht. Auch die Instrumentalisierung eines längst vergessenen Malers wie Kaminski. Zöllner, ein Narzist, selbstverliebt, faul und gleichzeitig besessen. "Schwiegersohn" Daniel Brühl kann dieses Scheusal spielen als hätte er nie was anderes gemacht. Ich und Kaminski versucht nicht, an vergangene Erfolge anzuknüpfen. Er findet neue Wege, liebt die Fertigkeit des Fabulierens, die Kunst des Surrealen und geschliffene Dialoge. Erzählerisch auf dem Niveu eines Hollywood Films und so phantasievoll wie die besten Europäer! (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue 25.05.2017: youtube: John Waters - Desperate Living. Immerhin hat Waters einmal bemerkt, dass seine einstigen Aussenseiter heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Was für eine Befriedigung für ihn! - John Waters ist so ein charmanter Mann! Seinen späteren Filmen gereichtes es zum Vorteil, wie Waters in seinem Frühwerk die Popkultur des Filmemachens auf Abwege führte. Finanziert mit Mini-Budgets und besetzt mit Freunden von Waters, gings vor allem darum, das Publikum zu schockieren. Sein Talent reifte von Film zu Film, so sehr, dass Trailer von frühen Waters Filmen existieren, die gar nichts mit dem späteren Hauptfilm zu tun haben. Hat er die Szenen weggeworfen? Wie schnell arbeitet und überarbeitet er? Waters Film muss man als das nehmen, was sie sind: Events. Gut oder schlecht? Das spielt keine Rolle, aber man muss sie gesehen haben! Einen Film wie Desperate Living muss man eben erleben, um die Existenz eines solchen Werks überhaupt zu begreifen! Im Zentrum: Peggy Gravel (Mink Stole), eine Neurotikerin, die in der Hölle lebt. In der Hölle, jederzeit einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Mit Hilfe ihrer Dienstmagd Grizelda (Jean Hill) tötet Peggy ihren Gatten und flieht nach Baltimore, wo das Duo von einem Polizisten mit einem Fetisch für Damenunterwäsche belästigt wird. Immerhin, er bietet den Beiden ihren Frieden im Lande Mortyville an. Dort dürfen sich Kriminelle ungeschoren bewegen und es gelten einzig die Gesetze der fürchterlichen Queen Carlotta (Edith Massey). Peggy und Grizelda mieten ein Zimmer von einem lesbischen Paar, während Queen Carlotta ihre Tochter einfangen muss, die ausreisst, um in einem Nudisten-Camp zu leben. Und Peggy? Sie wird die Queen treffen und sich selbst wie die böse Stiefmutter aus Snow_White ankleiden... Eine Märchen für verdorbene Kinder! (DU FINDEST DEN GANZEN FILM AUF YOUTUBE) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung) (Bild: https://www.google.de/search?q=desperate+living+film&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiA_8OFhIvUAhWJvhQKHUFdBI0Q_AUIBygC&biw=1252&bih=576&dpr=1.09#imgrc=6wH6AfKmfH2e2M:)
Filmkunstbar Fitzcarraldo Catalogue 24.05.2017: youtube: Blue Valentine. Hollywood liegt Ryan Gosling zu Füssen. Ein bisschen hat das auch was mit Blue Valentine, der vor nunmehr zehn Jahren im Kino lief, zu tun. - Wer kennt den Spruch nicht, dass man nur heiratet, um einen Zeugen für das eigene Leben zu gewinnen? Diesen Binsenweisheit eröffnet einen guten Zugang zum Film Blue Valentine, der den Blick auf zwei verwirrte Menschen wirft. Haben Dean und Cindy aus diesem Grund geheiratet? Oder War es Deans dringender Wunsch? Hat Cindy anschliessend einfach die Zeit vergessen - und schon waren sechs Jahre rum? Äusserst genau beobachtet der Filmemacher und Autor Derek Cianfrance die Geburtsstunde sowie das Ende einer Beziehung. Nach sechs Ehejahren kann sich Cindy beim besten Willen nicht mehr erinnern, weshalb sie Dean geheiratet hat. Fest steht aber, dass sie mental und körperlich am Ende ist. Während Dean glaubt, die Ehe sei der Hafen, das Ziel, nimmt Cindy sie eher als Durchgangsstation wahr. Ryan Gosling und Michelle Williams spielen dieses Paar aus Pennsylvania. Arbeiterklasse mit einer Tochter. Wir lernen sie vor sechs Jahren kennen und heute. Vor sechs Jahren, im Alter von 24, waren sie voller Hoffnungen und Träume. Heute weiss Cindy nicht mehr, was sie mit ihrem Körper anfangen soll. Wofür das alles überhaupt noch gut ist! Trotzdem hat die Ehe aber auch ihre grossen lichten Momente. Dean mag überzogen verrückte Romantik und genau das hat Cindy einmal an ihm geliebt. Heute aber scheint Dean in seinem Leben festgefahren. Er ist irgendwo stecken geblieben. Zuerst ist die Liebe so wie ein neues Spielzeug zweier Kinder. Ein Ritus. Dann aber beginnt das Familienleben. Mit Haus und Kind und dem Arbeitsalltag. Dean hält jedoch immer noch an der Anfangsphase fest. Genau das kann Cindy nicht ertragen: Dean glaubt, es würde zum Leben reichen, einfach zu "sein". Michelle Williams spielt diese Frau, die ihre Selbstachtung verloren hat. Weder auf ihr Leben, noch ihren Körper ist sie stolz. Dean ist Alkoholiker, was aber gar nicht das eigentliche Problem darstellt. Vielmehr ist es so, dass sie nach der Heirat zu genau der Frau wurde, die er braucht. Funktioniert hat es dennoch nicht. Beeindruckend, das Drehbuch, dass vom im Grunde Unaussprechlichen handelt: Verlangen und Leere. Die Geschichte braucht keine konventionellen Aufhänger, keine Zuspitzung. Blue Valentine ziegt die inneren Niederlagen, das Aufgeben der Hoffnung. Cianfrance scheint sich übrigens gar nicht so sicher, was nun exakt schief lief bei Cindy und Dean. Er ist kein Besserwisser, dafür ein aufmerksamer Beobachter. (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)