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Filmkunstbar Fi... 19.04.2017: youtube: Rolf De Heer - Ten Canoes. Wer kennt diesen tollen Regisseur aus Australien? - Ten Canoes von Rolf De Heer ist ein vielschichtiger Mix aus Mythos und Folklore der Welt der Aborigines. Ein Drama um Liebe, Krieg und Tod - mit lauter unbekleideten Jägern und Sammlern. Mit wundervollen Bildern und aufregenden Darstellern, die alle zum ersten Mal überhaupt schauspielern. Über weite Strecken fesselt Ten Canoes mit seiner grossen Aufrichtigkeit und auch mit seinem kernigen Humor - dennoch bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück. Hätte man die Geschichte nicht doch ein wenig geradliniger erzählen können? So aber bleibt es unklar, ob wir uns in der Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit befinden. Tausend Jahre können hier in wenigen Sekunden vorbeiziehen, das Leben aber bleibt dasselbe. Die Vorstellung von "Zeit" im Allgemeinen wird so infrage gestellt. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir, dass das Leben einst kein bisschen anders als das Leben jetzt ist. Am anfang ein einfaches Bild: Ein Fluss windet sich durch das üppige Land. Dazu die Stimme aus dem Off, welche die Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die alles andere als simpel ist - im Gegenteil; sie hat mehr Verzweigungen als jeder Baum. Ein junger Jäger mit seinen Stammesangehörigen baut zehn Kanus. Sie schlagen die Borke von den Bäumen, die später einmal der Rumpf werden. Wir erfahren, dass er unter seinem Status "unverheiratet" leidet und eine der Frauen seines Bruders begehrt. Der Älteste erzählt ihm nun die Geschichte seiner Vorfahren, die vor uns in Farbe erscheint (während die Gegenwart Schwarz-Weiss gezeichnet bleibt - klar! - schmückt man nicht immer die Vergangenheit aus?). Eine schöne Idee, die Vergangenheit umso lebendiger vorzuführen! Das Märchen aus der Vergangenheit wird von denselben Darstellern gespielt wie das aus der Gegenwart. Kriege, Romantik, Angst und Liebe - dieslben Themen. Das Sympathischste an Ten Canoes ist die Tatsache, dass die Aborigines hier nicht exotisch dargestellt werden. Sie sind ganz normal, so wie du und ich. Wenn wir ihre nackten Körper sehen, dann auch nicht im westlichen Sinne, dass Nacktheit mit Sex verbunden ist. Sie sind ganz unbefangen nackt. Zum Glück will Rolf De Heer uns auch nicht weismachen, sie lebten in einer Art Paradies. Ihre Welt ist voller Klatsch und Tratsch, voller dreckiger Witze, aber auch Sehnsucht und Romantik. Ich wünschte nur, die Erzählweise des Films wäre nicht so verschachtelt! Das hat so einen pädagogischen Beigeschmack. Vieles wirkt fesselnd, einiges aber auch ärgerlich. Durch die tollen Darsteller und Bilder überwiegt aber das Positive. Hier werden einfach ein paar lebendige Charaktere vorgeführt und ihr natürlicher Charme sorgt dafür, dass wir plötzlich mittendrin sind in der Welt der Aborigines. (Du findest den Film auf youtube) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fi... 17.04.2017: youtube: Desire Will Set You Free. Yony Leyser, ein netter Mensch! Seine neue Doku heisst Quuercore - How To Punk A Revolution mit Bruce LaBruce! Wir zeigen seinen zweiten grossen Film Desire Will Set You Free. - Als Yony Leyser seinen ersten Film bei uns in der Filmkunstbar Fitzcarraldo vorstellte, war ich verblüfft, wie jung er noch ist. Ich hätte einen gestandenen Mann erwartet! So gehts mir jetzt wieder, da ich mir seine No-Budget Produktion Desire Will Set You Free ansah. Leyser hat den Film selbst finanziert über eine Crowd-Funding Aktion - vielleicht hat sogar jemand von euch etwas eingezahlt? Herausgekommen ist ein grandioser Berlin Film! Darin wird der junge Drehbuchautor Ezra (Leyser) noch ermahnt von Professor Rosa von Praunheim. Transgender? Nachts durch die Sexclubs tingeln? Das kauft keiner! Ezra machts aber trotzdem zusammen mit seiner furchtbaren Freundin Cat, die sich auf Nazi Fetisch spezialisiert hat. Auf nach Schöneberg in eine Laser Stripper Bar und Cat lässt sich gleich von zwei Gay For Pay Jungs umgarnen! Ezra dagegen lernt den introvertierten Sasha aus Russland kennen. Das Queer Cinema für das grosse Publikum funktioniert im Grunde einfach: Es braucht Identifikationsflächen für Heteros, der Homo muss ein besonders netter Mensch sein. Homonormativ! In Desire Will Set You Free aber gibts echte Queers aus dem Berliner Untergrund. Schön, dass Leyser auch im Kreuzberger Roses filmen durfte oder im Neuköllner Silver Future. Er war im Garten des Friedrichshainer About Blank und natürlich auch vor dem Berghain (dem ehemaligen Ostgut). Ausserdem traf er so viele Promis, dass sein Film zum Aufreisser wird: Peaches, die deutsch singt und Nina Hagen vs. homophobe Obstkuchen. Am eindringlichsten aber sind die natürlich die Statements der authentischen Transmenschen, die in berlinischen Knallfarben gefilmt wurden. Überhaupt sieht man es Desire Will Set You Free nie an, wie wenig er gekostet hat. Die Bilder sind einfach schön wie ein Traum! Leysers Film macht Mut: Hört auf, euch von euch selbst abzulenken und geht dorthin, wo ihr wirklich bei euch selbst seid! Diese Sehnsucht fängt er ein wie lange kein Film mehr und deshalb soll das unser Berliner Film des Jahres sein! (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fi... 15.04.2017: youtube: Rainer Werner Fassbinder - Whity. Zum Tod des grossen Michael Ballhaus! - Whity ist Fassbinders verdorbendster Film. Eine Art deutscher Italo Western, in dem ein Sklave (Günther Kaufmann) sich von seinem weissen Besitzer Benjamin Nicholson (Ron Randell) befreit. Benjamin, ein Tyrann, seine Frau ein Miststück, die Söhne schwachsinnig und homosexuell. Harry Baer spielt den schwachsinnigen Sohn, der eingeschläfert werden soll. Fassbinder mischt also klassische Western-Konventionen mit einem uramerikanischen Thema: Rassismus. Natürlich gilt das universal. Whity selbst stammt dabei übrigens aus einem Verhältnis mit der schwarzen Köchin. Er ist Sklave als auch Sohn. Es geht um das allzu Menschliche, um sexuelle Perversionen und Engstirnigkeit. Um Sadomasochismus und andere Schimanen: Hanna Schygulla spielt ein Showgirl, die Whity küsst (obwohl es offensichtlich ist, dass er kurz darauf zusammengeschlagen werden soll). Wie alle Fassbinder Filme ist Whity auch ein ästhetischer Triumph und das liegt an der Kamera von Michael Ballhaus. Stets gleitend zeigt sie parallel die verschiedenen Charaktere (die offensichtlich ihre eigenen Funktionen innerhalb des Films gar nicht begriffen haben). Manchmal treten die Schauspieler einfach aus dem Bild. Am Ende ist Whity auch ein Film über den Prozess des Filmemachens an sich. (Du findest den Film auf youtube) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fi... 14.04.2017: youtube: The Homesman. Er ist das Gesicht des modernen Westerns: Tommy Lee Jones. Gerade dreht er mit einem anderen Veteranen, Rob Reiner, wir aber sehen uns seinen zweiten tollen und genauso skurrilen Western an, den er selbst inszenierte. - Trotz des Titels ist The Homesman ein Film über Frauen. Frauen stehen im Zentrum der Action, trieben sie voran. Sie sind nicht die schönen passiven Begleiterinnen wie in anderen Western, sondern Heldinnen: Charakterstark und mutig, manchmal beides im selben Moment! In dem Western gibt es nur einen Bösewicht und der ist deshalb schlecht, weil er herzlos agiert. Tommy Lee Jones Film ist gleichermassen sensibel und seltsam, fast surreal. Die Figuren, wie Zwerge wirken sie unter dem gleichbleibenden Horizont. Fast werden sie erschlagen von der Monotonie der Landschaft. Wir erleben den Westen von Nebraska bis Iowa als Platz ohne Vergebung. Drei Frauen haben den Verstand verloren in The Homesman - obwohl im Grunde niemand recht bei Trost ist. Am wenigsten der Homesman selbst! Womöglich sind die verrückten Frauen die einzigen Realisten? Im Grunde steht The Homesman ständig auf der Kippe - in seinem eigenen moralisch zweideutigem Gebiet. Das spendet dem Film Chaos, Humor und Gewalt. The Homesman riskiert viel, wiegt sich nie in Sicherheit. Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) ist eine Frau mittleren Alters. Sie kam aus New York, kaufte Land in Nebraska, das sie ohne Mann, allein bewirtschaftet. Wir erleben sie in einer frühen Szene, wie sie sich einem Bauern als Frau anbietet: Als vernünftige wirtschaftliche Entscheidung. Er lehnt ab: "You're too bossy and you're too damn plain." Es schmerzt, The Homesman kann wirklich weh tun. Mary Bee aber hat keine Zeit für Selbstmitleid und arbeitet einfach weiter. Nun sollen drei wahnsinnige Frauen in eine Kirche nach Iowa transportiert werden. Keiner der Farmer meldet sich für die lange und gefährliche Reise; es bleibt an Mary Bee. Auf dem Weg liest sie den Homesmann auf als dringend notwendige Unterstützung. Sie schneidet den Besoffenen buchstäblich vom Galgen ab. Die Einführung der mental kranken Frauen gelingt sehr eindringlich: Gro Svendsen (Sonja Richter) schreit qualvoll, als ihr Mann die stinkende Leiche ihrer Mutter aus dem Haus schafft. Arabella (Grace Gummer) ist fast noch ein Teenager. Ihre drei Kinder starben an Diphtheria, nun blickt sie komatöse aus dem Fenster. Theoline (Miranda Otto) ist gewalttätig und verspricht die Strafe Gottes. Der Wahnsinn wird mitfühlend dargestellt, aber auch ungerührt. Briggs, der Homesman, wird wie eine Comic Figur eingeführt. Er ist geschwätzig und kümmert sich um nichts, verlangt ständig nach Whiskey. Schliesslich entwickelt sich zwischen dem Junggesellen und der strengen Frau eine Kumpanei - eine der schönsten Überraschungen des Films! Beide passen nicht in die Gesellschaft, was eine Tragödie oder einen Triumph bedeuten könnte. Der Film entscheidet sich nicht, es gibt kein entweder/oder. Während der Fahrt werden sie mit Unwettern konfrontiert und manchmal drohen sie, die Kontrolle über die Frauen zu verlieren: Eine versucht, davon zu rennen, die Andere bekommt einen Tritt ins Gesicht. Briggs und Mary Bee aber erweisen sich als gute Partner. Mary Bee steht im Zentrum des Films. Durch eine irrsinnige Wendung aber rückt Briggs im letzten Viertel in den Mittelpunkt - auch hier wirken Trauma und Stärke gleichermassen... Ein hämischer Kommentar zum Konzept der "Zivilisation" gelingt, als Mary Bee und Briggs zu einem Gasthaus mitten in der Einöde gelangen. Hier weist man sie allerdings höflich ab. Niemand kennt in diesem feinen Haus Mitgefühl und in dieser Sequenz lernen wir Briggs Charakter besser kennen als in jeder anderen Einstellung des Films: Die Figur Briggs, sie wohnt draussen in der Wildnis, im Territorium. Es scheint, als erlebten wir die "Zivilisation" durch seine Augen. Bis zum Ende ist alles möglich, nichts verwundert uns mehr. In Bildern, die aus einem klassischen Western stammen könnten, wird das Genre auf den Kopf gestellt. (Du findest den Film auf youtube) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)
Filmkunstbar Fi... 13.04.2017: youtube: Human Traffic. Ostern, das bedeutet in dieser Stadt Feierei. Aber nicht nur hier, auch in Cardiff, Wales, wie wir sehen. - Wie ein Erwachsener zu sein. Zumindest vorzugeben, man wäre "erwachsen". Darum gehts in dieser traurigen Komödie über ein paar Druffis aus Wales. Im Grunde sind sie erwachsen und wenigstens ist ihnen klar, dass sie "Fake" sind. So ahnungslos betrachten die Druffis die Erwachsenenwelt. Immerhin wissen sie, wie man feiert (und Dorgen schluckt). Natürlich brauchts dazu keine besondere Intelligenz. Ohne Drogen sind sie auch nicht glücklich. Das liegt konkret am Entzug, aber auch daran, dass sie im Grunde kapiert haben, wie sehr sie sich vom wahren Glück, vom guten Leben, entfernt haben. Jugend, das ist ihr einziges Kapital. Wenn sie vorüber ist, wird der Rest ihres Lebens elend sein. Willkommen in der Midlife-Crisis für immer. Human Traffic spielt in Cardiff. Im Mittelpunkt, fünf Freunde mit langweiligen Jobs. Sie leben nur fürs Wochenende, wenn sie zum Rave gehen, Ecstasy, Heroin und was auch immer noch nehmen. Übrigens sind sie aber auch geistvoll und in der Lage, ein gutes Gespräch zu führen und genau aus diesem Grund ist ihre Komödie auch so traurig. Mich erinnerts an die Zeit, als ich mit meinen Freunden unterwegs war und über diejenigen gelacht hab, die ganztags arbeiten. Oft lacht man auch über die eigene Selbstzerstörung. Get wasted! Natürlich hat das Humor! Es ist der Flirt mit der Welt des Verbrechens und der Welt der Drogen. Ein charmanter Flirt! Lustig ists, weil man eben davon kommt, immun ist. Man schluckt unbekannte Substanzen, gekauft von Fremden und überlebt. Justin Kerrigan kennt das alles aus eigener Erfahrung und die Typen aus Human Traffic entsprechen wohl seinen Freunden. Nur das er ihrem Schicksal längst entkam, denn er muss keinen Quatsch-Job machen, sondern ist Filmregisseur. Im Grunde lebt er die Geschichte des Einzelnen, der "berühmt" wurde, während die alten Kumpels immer noch im Untergeschoss des Lebens ausharren. Deshalb wirkt Human Traffic auch wie eine Doku. Die Protagonisten nehmen uns mit in ihre Welt. Der wahre Hauptcharakter ist aber der Regisseur. Nur, dass er nicht mehr dabei sein kann, da er den Film ja inszeniert. (Du findest den Film auf youtube) (Wir stellen nicht den Film, nur den link zur Verfügung)