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Gang Filme

Die ausserbürgerliche Identität von Gangs war immer wieder Thema im Film, etwa der Bikerfilm The Wild One von 1953. Weniger dem Zusammenfinden von Gangs als vielmehr der Realität moderner Grosstädte ist der moderne Gangfilm gewidmet. Walter Hills The warriors lieferte 1979 die Blaupause dafür mit furioser Strassenkämpfer Action und durch gestylten Gangs wie den Clowns oder den Lizzies (vgl. http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=5233). Das Jahr 1979 lieferte ausserdem moderne Klassiker wie Quadrophenia und The wanderers, die neben Hills Strassenwestern das legendäre Trio des Gangfilms bilden. Die Gangfilme der späten 70er richten den Blick jedoch zurück in eine diffuse Vergangenheit. The Wanderers spielt in der Bronx 1963, Quadrophenia ist ebenfalls in den frühen 60ern angesiedelt. Francis Ford Coppola folgt diesem Muster mit The Outsiders und Rumble fish, seinen besten Filmen der 80er. Vor allem The Outsiders wirkt wie ein grosses Denkmal von Filmen der 50er Jahre wie Rebel without a cause. Das Werk ist ganz Kunstwerk, jedoch wenig lebendig, Pathos ersetzt Gefühl, Pose Authentizität. John Waters Cry baby ist da ganz ähnlich, eine Reminiszenz auf die 50er mit dem ganz jungen Johnny Depp und einer Reihe illustrer Nebendarsteller. Cry baby ist schon ganz Alterswerk von Waters, wehmütig, rückwärtsgewandt, irgendwie konservativ. Die Gangfilme der 90er wie Boyz in the hood und Menace II society zelebrieren die Gewalt in den Ghettos. Gangs als Antwort auf die Unfähigkeit der Städte, den Vierteln der Armut Herr zu werden. Weltweit lässt sich beobachten, wie massiv überfrachtete Innenstadtviertel den Bezirken an der Peripherie gegenüberstehen, in denen sich Kriminalität und Gewalt verbreiten. La haine, Lärm und Wut (Des bruit et de fureur) sowie Alaska.de spielen in diesen Vierteln und sind kein nostalgisch verklärter Blick zurück. Der Gangfilm ist erwachsen geworden und zum Milieufilm gereift. (Titelbild: Quadrophenia)