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huf_schmidt: Kann man so machen, aber mehr Genre wäre gut (Graf)
Filmkunstbar Fi...: Leider ist der ja nicht so präsent im Kino...

Deutschland

90er-heute (Part 1)
Die dritte Generation des deutschen Films beginnt Ende der 90er als sich wieder die Lust am Entdecken, der Blick auf die Wirklichkeit und die Vergangenheit im Kino bemerkbar machen. Die Chronisten von Sozialabbau und allgemeiner Lähmung während der Jahrtausendwende folgen auf die angepassten westdeutschen Filme der schlimmen Kohl-Ära. Man beginnt wieder, sich als Gruppe zu verstehen und gemeinsame Dinge abzulehnen: Film ist nicht Fernsehproduktion, Film ist nicht Hollywood Abklatsch. Hartz 4 und die Rückeroberung des Politischen in Black Box BRD oder Die fetten Jahre sind vorbei zeigen eine Gesellschaft, die nicht geheuer ist. Der deutsche Film entdeckt auch eine ebenso beunruhigende Provinz für sich. Die Plattenbausiedlung in Die Unberührbare von Oskar Roehler ist Inbegriff kalter Heimat. Der Schatten Fassbinders schwebt über neuen deutschen Produktionen, nicht nur bei Roehler; Liebe wird zum Krisenfall in Filmen wie Sehnsucht oder dem drastischen Der freie Wille. Alle Anderen sizziert zwei Paare wie einst Goethe in Die Wahlverwandtschaften. Die DDR als untergegangenes Land und die Wiedervereinigung sind endlich zum grossen Kinothema geworden. Das Leben der Anderen zeigt die Vermischung von Politischem und Privaten, Berlin is in Germany funktioniert als Satire einer fremden Welt: der BRD. Die Wende macht aus Familienfilmen tragische Rollenverkehrungen wie in Netto. Familie ist im neuen deutschen Filme einer Hort der Einsamkeit; Falscher Bekenner oder Pingpong sind bedrückende Zeugnisse. In Christian Petzolds Die innere Sicherheit ist die Familie auf der Flucht vor einer dunklen politischen Vergangenheit der 70er. Fatih Akin oder Thomas Arslan haben eine Form von Kino zur Meisterschaft gebracht, von der in Zukunft am meisten zu erwarten ist: Gegen die Wand oder Dealer sind Filme von Türken über Türken in Deutschland. Die Spannung des Culture Clash als das Thema der Zukunft in einem Land, das damit so wenig umzugehen vermag und immer noch kein „Einwanderungsland“ sein will. Der Film Tore tanzt zuletzt beweist, dass deutsches Kino immer dann am besten ist, wenn man es nicht mehr erwartet. Die Geschichte eines selbsternannten Auserwählten vermochte in aller Welt so zu provozieren, wie man es von einem Film nur erwarten kann. (Titelbild: Gegen die Wand)
Frankie, Jonny und die anderen... Schattenkämpfer
Es lebe das deutsche Friesen-Kino! Von Hans-Erich Viet