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lilian_BLUMIG: Recht hast du, die Iraner mal zu sammeln! Das sind so tolle Filme, die man kaum bekommt! A seperation oder About Elly habe ich soo genossen!
Filmkunstbar Fi...: Du irrst, ziemlich viele bekommt man!!!

Arthaus: Iran

Im Iran ist eine Stimmung wie in Italien zur Zeit des Neorealismus. An sich existiert keine Filmindustrie und doch werden herausragende Filme hergestellt. Abbas Kiarostami, Jafar Panahi, Samira Makhmalbaf, Shirin Neshat und Bahman Ghobadi sind als Autoren weltweit bekannt und immer wieder zu Gast auf den grossen Festivals. Nach der islamischen Revolution wurden mehr als die Hälfte der Kinos heruntergebrannt. Seit der Gründung Irans kann man kritische Filme zwar nicht im Kino sehen, aber als illegale DVD Pressung leicht bekommen. Das, was wir kennen, ist auch für uns gedreht worden, künstlerische Filme für ausländische Festivals. Filme, die im Iran gezeigt werden, etwa über den Sieg der Revolution, kennen wir gar nicht. Einige Filme wurden auch in Kurdistan bzw. auf kurdisch gedreht wie A time for drunken horses, the wind will carry us oder Turtles can fly. Besonders die Filme Kiarostamis sind dem italienischen Neorealismus verbunden. Dokumentation und Fiktion vermischen sich, immer wieder macht er sichtbar, dass Kino ein künstliches Medium ist. Der Geschmack der Kirsche wirkt transzendental, was durch sehr lange Einstellungen und einen Erzählrythmus, der fast still steht, erreicht wird. Ein Selbstmörder bittet einen alten Mann, ihm zu helfen und bekommt eine Lektion für das Leben. Die karge Landschaft einer endlos grossen Baustelle zeigt das Seelenleben des Selbstmörders, über dessen Schicksal man vom Film direkt nichts erfährt. Die Bilder des Films an sich scheinen ganz genau zu wissen, dass sie nicht echt sind und eben nur auf der Leinwand existieren. Turtles can fly von Ghobadi ist eine Liebesgeschichte in einem kurdischen Flüchtlingslager. Ein 13jähriger Junge spielt allen vor, dass er die CNN Nachrichten auf englisch verstünde und damit die ersehnte Ankunft der Amerikaner. Er verliebt sich in ein Mädchen, die mit einem verstümmelten Bruder und einem erblindeten Zweijährigen im Lager eintrifft. Einer der traurigsten Filme, die ich je gesehen habe und doch ist Turtles can fly auch ein schöner und lyrischer Film. Samira Makhmalbafs grosser Erfolg At five in the afternoon ist das erste Werk nach dem Fall der Taliban und handelt von den Sehnsüchten zwischen Tradition und Aufbruch. Shirin Neshats Debüt Women without men kann sogar Strassenschluchten so zeigen als schlafwandele man in einem verwunschenen Land. Traumartige Sequenzen wechseln ab mit Protestszenen, Neshats Stil lebt vom ständigen Bruch des Realen mit dem Verklärten. Sie zeigt individuelle Frauenschicksale nach der Revolution und macht vielleicht etwas vereinfacht deutlich, dass die Frauen die Opfer der Revolution sind. Circumstances ist DER Skandalfilm über zwei junge Frauen, die sich ineinander verlieben. Besonders im Gedächtnis bleiben wilde Privatparties, schüchterne Sexszenen und die Sehnsucht nach einem Ort, wo all das nicht verboten ist. A seperation ist ein Drama um einen Kriminalfall. Einem Mann wird von der Putzfrau vorgeworfen, sie geschlagen und ihr ungeborenes Kind getötet zu haben. Um das zu widerlegen, opfert der Mann alles und verliert seine Familie. A seperation ist ungeheuer spannend, erinnert an The wrong man von Hitchcock und bleibt lange lange im Gedächtnis. Panahis Offside ist der Publikumsliebling unter den iranischen Filmen. Auch hier wird die Benachteiligung von Frauen thematisiert, weil sie nicht ins Fussballstadion dürfen und sich deshalb als Männer verkleiden. Auf Dauer lässt sich die Lebensfreude des iranischen Volks nicht unterdrücken, feiert der Film seine subversive Botschaft. Panahi wurde 2009 verhaftet, weil er die Oppositionspartei unterstützt. Als sein Jury Platz während der Berlinale leer blieb, erschien die taz in grün, der Farbe der iranischen Opposition. Immer noch bleibt der Iran ein nicht zu durchschauendes Land, eine kritische Elite manifestiert sich auch in Aktionen wie der Panahis, doch ob das im Land auch genauso ankommt wie ausserhalb ist fraglich. (Titelbild: The wind will carry us)
Frontier Blues
In seinem Debüt verstrickt Babak Jalali vier Geschichten miteinander, die in der Grenzregion Persiens und Turkmenistans angesiedelt sind. link trailer
Modest reception - Paziraie sadeh
Mani Haghighis Film über eine persisches Paar aus der Stadt, die in einer unwirtlichen Bergregion Geld an die Bewohner verteilen.
The cyclist - Bicycleran
Kennt seine Vorbilder aus dem italienischen Neo-Realismus genau! Von Mohsen Makhmalbaf
The silence - Sokout
Jeden Tag geschieht etwas Unerwartetes! Ein visueller Meilenstein von Mohsen Makhmalbaf
Verloren im Irak - Gomgashtei dar Aragh
Während des Irak-Iran-Krieges versucht eine Gruppe von Musikern die "magische" Stimme zu finden. Von Bahman Ghobadi
Zwei Frauen - Two Women (1999)
Eine Sensation!!! Der Film zeigt die Freundschaft zweier Architektur Studentinnen während der Gründungsphase der islamischen Republik Iran. Von Tahmineh Milani